Berliner Architektenfamilie

Der Wiederaufbau des Stadtzentrums von Berlin nach dem 2. Weltkrieg ist aufs Engste mit dem Wirken der Architektenfamilie Skujin verbunden.

Der Architekt Dipl.-Ing. Friedrich Skujin (geb. 1890) war in den Jahren 1950-53 maßgeblich an den Entwürfen des Gebäudekomplexes der heutigen russischen Botschaft und der Handelsvertretung Unter den Linden 55/65 beteiligt. Die Errichtung dieses Bauvorhabens gehörte zu den ersten Baumaßnahmen nach dem Kriege und war daher nicht nur für die bauausführenden deutschen Firmen, sondern auch für die planenden Architekten und Ingenieure von lebenswichtiger Bedeutung.

Das viergeschossige Gebäude erstreckt sich zu den Linden um einen großen Ehrenhof. Der hohe, vorgezogene Mittelbau wird bekrönt von einer kubischen Laterne. Die einzelnen Elemente der werksteinverkleideten Fassade entstammen dem Repertoire des Berliner Klassizismus.

Nur wenige hundert Meter von diesem Standort entfernt, aber mehr als 15 Jahre später, entstand von 1967-69 auf dem Alexanderplatz ein Büro- und Geschäftshaus, das heutige Döblinhaus, das von dem Architekten Dr.-Ing. Peter Skujin (geb. 1935, Sohn des Architekten Friedrich Skujin) als federführendem Autor geplant wurde. Das 10-geschossige Büro- und Geschäftshaus, 220 m lang und 22 m tief, ist noch heute das Rückgrat für das städtebauliche Ensemble des Alexanderplatzes. Damals wurden 2700 Arbeitsplätze für das Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik der DDR geschaffen. Heute ist u.a. das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit untergebracht. Mit der Stahlbetonskelett-Montagebauweise, der funktionellen Struktur eines Großraumbüros sowie der Aluminium-Vorhangfassade wurden zeitgemäße Innovationen des Bauwesens aufgenommen und verarbeitet.

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